Cordan, Wolfgang

Wolfgang Cordan (1909–1966) war Schriftsteller, Übersetzer, Sprachforscher, Naziverfolgter, aktiver Widerstandskämpfer.

Wenn man den Schilderungen in seiner Autobiografie »Die Matte« glauben kann, so war Cordans Rolle im holländischen Widerstand gegen die Nazis nicht unbedeutend. So wie die Nazis vorhatten, Paris komplett zu zerstören, bevor sie es verlassen müssten, so gab es gegen Ende des Krieges auch den Befehl von höchster Stelle, die Niederlande so weit wie möglich unter Wasser zu setzen, bevor es von den Allierten erobert werden konnte. Dazu sollten alle Deiche gesprengt werden, die dafür nötigen Sprengladungen waren schon installiert, eine großer Teil des Landes wäre meterhoch unter Nordseewasser verschwunden. Cordan war nach seiner Beschreibung an wichtiger Position an den letztlich erfolgreichen Verhandlungen beteiligt, die diese Sprengungen verhindern sollten.

 

Von Wolfgang Cordan ist im Regenbrecht Verlag erschienen:

Medea oder Das Grenzenlose

, 216 Seiten,  9,90

ISBN 978-3-943889-74-1

 

E-Book: ISBN 978-3-943889-75-8, € 5,99

 

 

 

 

 

Aus einer Rezension in der ZEIT vom 4.12.1952:

»…Hier ist es gelungen, einen mythologischen Stoff in Romanform zu gestalten, und zwar – das ist das Einmalige daran – mythisch zu gestalten. Cordan nimmt die Ergebnisse moderner Mythenforschung, wie sie sich in den Arbeiten Kerenyis darstellen, nicht nur in sein Werk auf, sondern er kann auch die mythische Wirklichkeit und Weisheit als lebendiges Geschehen bildhaft geben. Wenn er, fußend auf das Apollonios Rhodios’ „Argonautika“, den Raub des Goldenen Vlieses, die Flucht Jasons und Medeas, die abenteuerlichen Fahrten der Argonauten (etwa ins Land der Amazonen und auf die Insel Kirkes) und die endliche Landung in Hellas erzählt, so vollzieht sich in diesem spannenden Geschehen von Menschen und Göttern das Werden einer neuen Welt- und Menschenordnung. Aus den dunklen, ungestalteten Ursprüngen grenzt sich die lichtere griechische Welt ab, die aber wiederum nicht ohne Berührung und Bewährung am Grenzenlosen und Ungeheuerlichen bestehen kann. Cordans Kunst vermag es, diese Weltwende und Stiftung einer neuen Ordnung ganz untheoretisch zu bannen in die Bilderwelt eines genußreich zu lesenden Romans, der sich auszeichnet durch eine sinnlich blühende und zugleich disziplinierte, unverbrauchte und dichte Sprache. Man spürt, wie das mythische Element, das ja das Element der Dichtung schlechthin ist, den Verfasser mit einer teilweise schon visionären Bildkraft inspirierte.« Rudolf Ibel