Autor: Martin Regenbrecht

Höchste Prominenz in der Reihe Renaissancemenschen – Mai 2026

In der Verlagsreihe „Renaissancemenschen“ ist gerade ein Titel vom prominentesten aller Renaissancemenschen in Arbeit: „Das Buch von der Malerei“ von Leonardo da Vinci. Erscheinen wird es im Juni 2026.

Dieses „Buch von der Malerei“ oder auch „Traktat von der Malerei“ ist eine Sammlung von Schriften und Notizen Leonardos, die er zu Lebzeiten nicht mehr wie geplant zu einem Buch zusammenstellen konnte, das hat dann sein Schüler Francesco Melzi nach seinem Tod übernommen. In 935 kurzen, manchmal auch sehr kurzen Kapiteln hat Leonardo da Vinci schriftlich festgehalten, was ihm zum Thema Malerei bemerkenswert erschien. Er nennt zahlreiche Regeln und gibt teils sehr konkrete Anleitungen für das Malen, für den Malunterricht, für die Lebensweise des Malers, von dem er völlige Hingabe an seine Kunst erwartet. Und natürlich schreibt er über das berühmte Sfumato, seine besondere Maltechnik. Aber das Buch ist vor allem auch eine Schule des Sehens: Es geht um die genaue Wahrnehmung von Licht und Schatten, von Helligkeit und Dunkelheit, von Muskeln und Gelenken, um die Veränderungen von Gegenständen mit zunehmender Entfernung (sie werden nicht nur kleiner), um die Regeln für die Perspektive und vieles vieles mehr. Es geht sehr stark um das Technische, das Handwerkliche des Malens, aber natürlich auch um das Künstlerische. Man kann sagen, das Buch gibt Einblicke in seine Arbeitsweise, in seine Werkstatt, wir dürfen gewissermaßen Leonardo da Vinci ein wenig beim Malen über die Schulter schauen.

Leonardos Traktat hat über die Jahrhunderte viele Generationen von Malern geprägt und beeinflusst, für die europäische Malerei dürfte es sich um eines der wirkmächtigsten Bücher überhaupt handeln.

Das Buch erschien in vielen Sprachen, zuerst auf Italienisch und Französisch. Eine erste deutschsprachige Ausgabe kam im Jahr 1724 heraus – sie hatte sogar mehrere Auflagen – ist jedoch in einem heute kaum mehr lesbaren barockisierenden Deutsch geschrieben. 1882 erschien die Ausgabe von Heinrich Ludwig. Er hat das Buch nicht nur übersetzt, sondern auch die Anordnung der Kapitel geändert, Kapitel und Absätze verschoben und neu gruppiert, und auch zusätzliche Überschriftenebenen eingefügt. Das überlieferte Manuskript enthält tatsächlich einige Inkonsistenzen und viele Redundanzen, insofern war Ludwigs Absicht durchaus nachvollziehbar. Doch hat er es wohl etwas übertrieben. Die Buchausgabe Ludwigs erschien in zwei Varianten: eine dreibändige (von denen zwei Bände den deutschen und den italienischen Text enthielten, ein dritter Band mit Vorwort und Fußnoten) und eine einbändige, in der die genannten Umstellungen zu finden waren, das war gewissermaßen eine Volksausgabe.

1909 erschien eine weitere deutschsprachige Ausgabe, herausgegeben von Marie Herzfeld, die aber abgesehen von einem sehr guten Vorwort fast durchgehend die Ausgabe von Ludwig wiedergibt. Eine oder zwei weitere Ausgaben auf Deutsch drucken lediglich Ludwig nach.

Die hier angekündigte neue Ausgabe, herausgegeben von Arthur Wetzel und Martin Regenbrecht, ist seit über hundert Jahren die erste Neuübersetzung der italienischen Vorlage. Sie orientiert sich am ursprünglichen Codex 1270, wie es auch die italienischen Fassungen, allen voran eine historisch-kritische Ausgabe, tun. Bei der Neuausgabe handelt es sich um eine reine Leseausgabe, nicht um eine historisch-kritische Ausgabe. So wurde auf Fußnoten und Übersetzungsvarianten weitgehend verzichtet; die handschriftlichen Korrekturen im ebenfalls handschriftlich verfassten Codex 1270 – Streichungen, Ergänzungen, Korrekturen – die von mindestens drei verschiedenen Händen stammen, wurden ignoriert. Hier als Beispiel die erste Seite aus dem Codex:

https://digi.vatlib.it/view/MSS_Urb.lat.1270

Das Ziel war es, dieses großartige Werk dieses herausragenden Künstlers in einer guten Leseausgabe wieder zugänglich zu machen. Wir wünschen eine spannende, erhellende und anregende Lektüre von Leonardo da Vincis „Buch von der Malerei“, von seiner Schule des Sehens.

Druckereipreise, April 2026

Leider sind die Preise bei meiner Druckerei enorm gestiegen, sodass ich gezwungen war, den Preis für einige Titel zu erhöhen. Wenn ich selbst etwas bestelle, zahle ich mehr das Doppelte, in einem Fall sogar das Vierfache des früheren Preises.

Auch der aktuelle Titel vom Mai 2026, Robert Frost, ist mit 34 Euro leider sehr hochpreisig. Aber das bedeutet nicht etwa einen hohen Gewinn für mich: Bei mir landen nach Abzug der Druckkosten, Buchhandelsrabatt, Tantiemen für die Rechteinhaber und für die Übersetzerin gerade einmal etwas über zwei Euro je Exemplar. Davon müssen etwa 1000 Euro für Rechte und Honorare und die Frei- und Belegexemplare abgestottert werden.

Es wird also finanziell gesehen ein Minusgeschäft sein, aber egal, ich freue mich sehr, dass das Buchg nun fertig und veröffentlicht ist!

Mai Horlemanns Limericks jetzt als Hörbuch und am 22. März 2026 auf der Bühne

Die Tonfassung der Limericks von Mai Horlemann gibt es jetzt überall, wo es Hörbücher gibt, z.B. bei Spotify oder auch hier.

Außerdem: Wer die grandiose Buchpremiere im Dezember verpasst hat, kann ihre Show am 22. März 2026, wiederum in der Scheinbar in Berlin Schöneberg, erleben

Neu im Frühjahr 2026: Robert Frost, Januar 2026

Robert Frost ist der berühmteste und meistzitierte amerikanische Dichter des 20. Jahhunderts, bisher in Deutschland allerdings wenig bekannt. Er erhielt vier Pulitzerpreise für seine Gedichtbände und trug bei der Amtseinführung von John f. Kennedy eines seiner Werke vor.

Im Frühjahr 2026 erscheint eine zweisprachige Sammlung mit 99 Gedichten von Robert Frost im Regenbrecht Verlag.

Heribert Prantl empfiehlt Taifun, Januar 2026

Heribert Prantl von der SZ empfiehlt Taifun

In seinem Newsletter vom 4. Januar 2026 empfiehlt Heribert Prantl Taifun. Dies ist ein Screenshot und ein Ausschnitt aus dem Newsletter:

Prantls Leseempfehlungen
Konrad McWhirr Wie verhalten sich Menschen in Extremsituationen? Wie bewahren sie sich ihre Menschlichkeit? Es heißt, Adenauer habe während seiner Verfolgung durch das NS-Regime Trost in der Erzählung „Taifun“ von Joseph Conrad gefunden. Hauptfigur dieser 1902 veröffentlichten Erzählung ist der Kapitän McWhirr, den Conrad als wortkargen, sachlich-pflichtbewussten Kapitän zeichnet, der sein Schiff im südchinesischen Meer durch die Hölle des Wirbelsturms steuert. Der Kapitän tut Zug um Zug das Richtige, zuverlässig und mit spröder Nüchternheit.

So mag sich Adenauer als Kanzler und Krisenlenker gesehen haben. Das Rüstzeug dafür hatte er sich als Kölner Oberbürgermeister in der Weimarer Republik geholt. Heute denkt man bei Conrads Schilderungen über menschliche Schicksale im Taifun an die Insassen eines Flüchtlingsboots – und an die brutale Flüchtlingspolitik, mit der sich die CSU in diesen Tagen im ehemaligen Kloster Seeon inszeniert.

Joseph Conrad: Taifun. Erstmals veröffentlicht 1902. Neuübersetzung von Martin Regenbrecht, erschienen 2019 im Regenbrecht-Verlag. 140 Seiten. 9,90 Euro.
Zum Buch ->


Limericks-Buchpremiere und Show, Dezember 2025 

Die ausverkaufte Buchpremiere am 17. Dezember im Scheinbar-Varieté war ein großer Erfolg. Mai Horlemannn zeigte, dass sie nicht nur eine herausragende Limerick-Dichterin ist, sondern eine großartige Entertainerin, Chansonschreiberin und Sängerin.


Zum Glück steht schon ein weiterer Termin fest: 22. März 2026 in der Scheinbar.
In Kürze wird es auch eine Hörbuchfassung der Limericks geben, hier ist ein kleiner Vorgeschmack darauf.